Bild: Simon/ Pixabay

Stockfotos waren vor einigen Jahren sehr beliebt und so gut wie jede Website wurde mit ihnen „aufgemöbelt“. Doch plötzlich änderte sich die Haltung bezüglich der Stockfotos unter den Webdesigner und Websitebetreibern. Die Bilder von den beliebten Stockplattformen gelten nun als verpönt und deren Einsatz in Fachkreisen beinahe als unprofessionell. Doch Moment! Das gibt es etwas was FÜR die Verwendung von Stockbildern spricht.

Was sind Stockbilder überhaupt? Definition.

Stockbilder sind Bilder, die von professionellen Fotografen und Hobbyfotografen auf zahlreichen Plattformen, Bilddatenbanken, angeboten werden. Sie sind entweder vollkommen kostenlos oder für ein meist relativ niedriges Entgelt zu bekommen.

Je nachdem unter welcher Lizens sie erworben werden, können die Stockbilder auf Websites, Social Media oder für Print eingesetzt werden.

Eine Liste mit einigen beliebten Stockbilder-Anbietern sowie ein paar Geheimtipps findest du hier: Kostenlose Bilder für Websites, Blogs und Social Media.

Extratipp: Jede Plattform verfügt über eigene Nutzungsbedingen und verlangt teilweise eine individuelle Kennzeichnung der erworbenen Bilder. Doch unabhängig von den Vorgaben der jeweiligen Plattform bist du gesetzlich immer zur Anbringung des Urheberrechtshinweis in der Nähe des Bildes verpflichtet.

Warum haben Stockbilder einen schlechten Ruf?

Die Stockbilder genießen einen schlechten Ruf, weil sie das Internet praktisch überflutet haben. Sie können relativ kostengünstig und unkompliziert gekauft, und daher von allen genutzt werden. Hier liegt auch schon das Problem. Alle bedienen in denselben Bilddatenbanken, auf den zum größten Teil dieselben Bilder angeboten werden.

So kann es schnell passieren, dass ein einziges Bild auf hunderten von Websites oder in tausenden Social Media Posts zu finden ist. Das ist natürlich tödlich für den uniquen (einzigartigen) Content, der von allen Seiten gefordert wird. Schließlich ist Content immer noch "the King".

Doch genau aus diesem Problem ergibt sich gleichzeitig ein Vorteil des Einsatzes von Stockfotos für deine SEO.

Stockbilder und SEO

Gerade die Mehrfachverwendung eines Stockfotos kann einen positiven Effekt auf deine SEO haben. Denn in der Google Bildersuche ist es so, dass ein Bild, das häufig von unterschiedlichen Quellen benutzt wird, als besonders gut bzw. wichtig gewertet wird. Dementsprechend rankt es höher und befindet sich in der Bildersuche auf den ersten Plätzen.

Google Algoritmus ist inzwischen so schlau, dass es den Inhalt des Bildes erkennt und gleiche bzw. ähnliche Bilder auf anderen Websites findet. Dabei erstellt er durch das Abgleichen von bestimmten Bildinformationen eine Art zusammengesetztes Bild. Martin Mißfeld spricht in diesem Zusammenhang in seinem Buch von einem Metabild (Quelle: https://www.tagseoblog.de/bilder-seo-ebook). Dieses wird dann für die Suchergebnisse herangezogen.

Doch auch wenn ganz viele Websites dieses Bild verwenden, wird nur eine URL unter dem Bild in den Bildersuchergebnissen angezeigt (siehe Bild unten).

ansicht-google-bildersuche-2018

Wie schaffst du es, dass Google deine URL auswählt?

Die Antwort ist ganz einfach: Verwende ein für dein Keyword gut rankendes Bild und binde es in einen hochwertigen, uniquen Content, der besser als der Content der Wettbewerber ist, ein.

Bähm!!!

Und schon wird es kompliziert. Denn einen besseren Content als alle anderen zu erstellen bedeutet unter Umständen viel Arbeit. Schließlich berücksichtigt Google dabei viele Faktoren, die sich sowohl auf den Text als auf die Bilder selbst (z.B. Größe, Komprimierung, Platzierung innerhalb des Artikels, etc.) beziehen.
Daher heißt es als erstes Wettbewerber analysieren.

Wer genau die Wettbewerber mit dem gleichen Bild sind, findest du wie folgt heraus: Klicke das Bild in den Suchergebnissen an und ziehe es in Richtung Such-Eingabefeld. Lege das Bild dort ab. Nun öffnet sich eine neue SERP-Seite, auf der du alle Websites, die das bestimmte Bild verwenden, sehen kannst.

ansicht-google-bildersuche-2018-analyse

Eindeutigkeit ist wichtig!

Generell gilt: Möglichkeit einer eindeutigen Interpretation eines Bildes erhöht die Chance, auf ein besseres Ranking in der Bildersuche. So kann das Suchalgorithmus einfacher eine bestimmte Thematik bit dem Bild verbinden und kann es besser einsortieren.

Beispiel 1:

Bei der auf dem Bild gezeigten Suche nach „Entscheidungen treffen“ befindet sich das gewählte Bild auf dem 2. Platz.

Schauen wir uns die URLs an, stellen wir fest, dass es bei allen um die Entscheidungsfindung, Persönlichkeitsentwicklung u.ä. geht. Die Thematik ist also relativ homogen.

google-bildersuche-entscheidung-treffen-serp

Beispiel2:

In diesem Beispiel habe ich dagegen ein Stockbild, das viel schlechter in der Bildersuche rankt gewählt.

Betrachten wir nun die URLs, die es verwenden. Wir stellen fest, dass es zum Teil um die Vermittlung von Adoptionen, zum Teil Familienversicherung oder Kinderzitate geht. Die Suchergebnisse sind also thematisch weniger homogen als im ersten Beispiel. Deshalb fällt es Google schwerer dieses Bild als Top-Ergebnis für meine Suche einzustuffen. Daher werde ich mit diesem Bild wahrscheinlich keine Rankingvorteile erzielen.

 

google-bildersuche-child-theme-serp

Fazit

Natürlich ist es nach wie vor im Hinblick auf die Einzigartigkeit besser eigene Bilder zu verwenden. Denn damit kannst du an deinem Branding feilen oder z.B. mit Infografiken für wertvolle Verlinkungen sorgen. Das Thema Bildrechte, das mit dem Verwenden von Stockbildern immer wieder für Schwierigkeiten sorgt, lasse ich an dieser Stelle bewusst außenvor.

Doch natürlich gibt es Gründe, die dich dazu bringen, auf Bilddatenbanken zurückzugreifen. Wie du vielleicht bemerkt hast, verwende ich auch selbst Stockbilder. Wenn du es clever angehst und dich etwas mehr mit der Bildersuche beschäftigst, kannst du Stockbilder und SEO in ein effektvolles Zusammenspiel bringen.